7 Stärken die mich ausmachen.

Nach einem wilden Seelenstriptease fehlt noch eines was euch interessieren könnte – was mich ausmacht und woran ich glaube.

‚… and when the night is cloudy there is still a light that shines on me
Shine until tomorrow, let it be …‘

The Beatles – Let it be

Mein letzter Blogbeitrag war so emotional und traurigschön, wie ganz viele den betitelt haben. So stand ich nun da und wusste nicht wirklich was darauf folgen sollte. Schmunzelnd musste ich über mich selbst und meinen Charakter nachdenken. Was mich ausmacht und warum ich so bin wie ich bin. Man könnte oft in meinen Instastories meinen, ich verstecke meine Sorgen und ‚Schwächen‘. Tue ich nicht wirklich, so habe ich schon einmal, oder sogar öfters zum Heulen begonnen als ich in mein Kästchen reingesprochen habe. Nur, wer will das schon tagtäglich machen? Ich würde es nicht sehen wollen, hätte mir dann zu viel von Telenovella. Meine Facetten, davon gibt es mehr als 50 *hust*, sind zahlreich und oft wild zu bändigen und glaubt mir, das ist keine Untertreibung. Viele mussten da schon ein recht aufbrausendem Temperament gegenüber stehen oder einem riesigen Wasserfall.

Stär·ke, die

(Nomen)

Kann eine körperliche Kraft sein oder eine psychische Kraft zur Lebensführung, demonstrative Macht, Funktionsfähigkeit in der Mathematik

Oh glaubt mir, ich bin mir manchmal nicht sicher ob man da seine Schwächen und Stärken exakt trennen kann. Ich meine, aus meiner Sicht verschmelzen die ziemlich miteinander. Wer hat überhaupt festgelegt was Stärken und was Schwächen sind?

Ehrgeizig

Mein Ehrgeiz und ich. Seit schon bald 29 Jahren sind wir zusammen und führen eine recht turbulente Beziehung, manchmal haben wir Meinungsverschiedenheiten. Vor allem wenn es um meine Zeiteinteilung geht oder ob ein gesetzter Strich wirklich zu 100% gerade ist oder nicht. Schon in der Schule hörte ich erst dann auf zum Lernen wenn ich jede Seite auswendig in meinem Hirn abgespeichert hatte. Man kann mich auch als Scanner buchen, bei Bedarf bitte einfach anschreiben. Scherz beiseite, das war echt nicht immer witzig. Meine ausgeprägte Zielstrebigkeit hat sich mittlerweile schon etwas gelegt, doch ist noch vorhanden und ja, was soll ich nur sagen? Es ist mir manchmal eine Freude und manchmal ein kleines Leid.

Mutig

Chaos und Einfallsreichtum sind hier eine Unterkategorie. Ich fürchte ja, dass diese Eigenschaft ab und zu die ein oder anderen Sorgen bei meinen geliebten Eltern mit sich brachte. Noch heute komme ich auf die schrägsten Ideen, wo viele einfach nur den Kopf schütteln würden und das Weite suchen würden. Wobei ich auch einwerfen muss, dass seit ich selbst Mama bin, ich etwas vorsichtiger geworden bin. Es wäre auch denkbar, dass nur ich das sehe und nicht der Realität entspricht, doch wer redet mir hier schon in meine Zeilen? Ich höre niemanden, somit bejahen wir diesen Punkt mal! Also schon Kleinanna war ein Wesen das bei dem Spruch ‚Traust du dich doch eh nicht!‘, beinahe alles gemacht hat. Ich spreche hier nicht nur von Taten sondern auch den Mut aufzubringen zu Gesagtem oder zu Entscheidungen zu stehen. So war es für mich die mutigste Entscheidung Mama geworden zu sein, gut okay, das ist ja so eine Sache, ich durfte eine Mama werden. Trotzdem habe ich beschlossen, dass ich bereit bin. Rückblickend sage ich meinem vergangenen 22jährigen Ich – mein größter Respekt.

Hilfsbereit

Ein Wort das etwas ausgelutscht ist. Hätte auch edel, aufopfernd, selbstlos, gütig oder irgendein anderes Synonym verwenden können. Doch trifft es genau DAS Wort bei mir auf den Punkt. Ich versuche mein Möglichstes meinen Liebsten zu Helfen, insofern es in meinem machbaren Bereich liegt, da denke ich auch kaum nach, sondern denke nur, los gehen wir es an! Erst Zeit später beginnen meine Gehirnzellen abzuwägen wie schlau es ist alles so umzusetzen. Maule gedanklich dann meist mein Hirn an, dass es seine Klappe halten soll und wir das nun genau so durchziehen werden. Für mich gibt es für alles eine Lösung, mag es auch noch so unendlich aussichtslos erscheinen. Ihr wisst schon, ist eine Seite vom Blatt voll und noch so schlimm, wie wäre es mit einer Wende des Blattes? Möglicherweise ist die leer und kann neu geschrieben werden.

Ehrlich

Ehrlichkeit, die steht bei mir ziemlich Ontop. Warum? Lügen hasse ich noch viel mehr wie ich Rosenkohl oder Innereien verabscheue, davon wird mir leicht übel und vom Lügen auch. Beinahe kann ich es riechen wenn mich jemand anflunkert. Vielleicht bin ich ja ein menschlicher Lügendetektor, wäre eine gute Vermarktungsstrategie, mal was Neues. Ich selbst kann nämlich nicht lügen, es liegt mir fern und man kennt es mir an, am Blick und in meiner ganzen Gestik. Entweder ich bin zu doof dafür oder mir würde es, Gott sei Dank, einfach nicht mitgegeben. Eventuell liegt es an meiner Erziehung, vor allem meine Mama war es stets wichtig ehrlich zu sein, wobei wenn ich so nachdenke, ich hab ihr nie gesagt, dass ich rauchen einmal versucht habe, damals, als der Automat da stand. Am Grazer Hauptplatz und mich die pinke Zigarettenschachtel anlachte. 2 Zigaretten mussten dran glauben, der Rest fand sich im Mülleimer wieder. Naja, wobei sie hat ja nie gefragt, ist es somit eine Lüge oder eher ein Geheimnis?

Humorvoll

Dazu muss ich aber noch ein Wort dazuschreiben ’sarkastisch‘. Ich bin ganz schlimm sarkastisch. Wild schlimm. Wenn ihr nun denkt, dass sei untertrieben, nein definitiv nicht und zu humorvoll. Das ist ja auch immer so eine Sache, ich lache ab und an die meisten Witze selbst schon weg oder finde Situationen lustig wo kaum wer lacht. Wir reden hier von Augenblicken wo niemand zu Schaden kommt, so am Rande bemerkt. Ich quasseln hier von den Momenten die so locker fluffig passieren und eher ungeplant sind.

Würde euch nun gerne ein Beispiel geben, aber mir fällt nur der eine Zeitpunkt ein, als ich damals so um die 12 oder 14 Jahre jung war. Es war Heilig Abend und wir gingen in die Kirche. Ich war Ministrant, ehrlich gesagt auch nur weil ich mir dachte, dass es bei Begräbnissen vielleicht Schokolade oder Geld geben würde, und wir hatten zuvor so viel gegessen, mein Hose die spannte sehr. Ich saß ganz vorne, mich sahen alle, die Kirche war voll und mein Bauch tat schon weh. Ich drückte den so weit raus bis der Knopf raussprang. Der landete einen guten Meter vor meinen Füßen. Ob das jemand mitbekommen hat, weiß ich nicht, doch ich musste bis zum Ende warten um ihn aufzuheben. Wie sieht es denn aus, wenn ich da auf den Boden gekrabbelt wäre, so viel Scham besaß ich dann doch, peinlich war es mir dennoch. Allerdings musste ich andauernd lachen. Tollpatschig und Blödsinn habe ich mit bald 30 noch immer super drauf. Falls nun wer schmunzeln musste oder gar lachen, gern geschehen!

Neugierig

Unter Neugier könnte im Wörterbuch auch Anna stehen. Bevor noch irgendwer ein falsches Bild von mir bekommt, ich kann sehr gut Geheimnisse für mich behalten, insofern es sich um wichtige Punkte handelt oder intime, so, so viel dazu! Meine Neugier ist schon fast überirdisch, zumindest fühlt sie sich für mich so an. Ich will immer alles wissen und wenn geht sofort auf der Stelle. Da merke ich gerade, dass ich auch recht ungeduldig sein kann. Ist das ein Nebeneffekt des Neugierig Seins? Mir darf man nicht mal irgendwelche nahentfernten Details zu Geschenken machen, durch ein zwei Fragen oder durch Kombinieren finde ich es schnell raus, was mir keine Freude macht. Bin dann immer enttäuscht, eben genau weil ich es erraten habe. Anders verhält es sich, wenn ich neue Leute kennenlernen darf. Da verwandele ich mich zu einem Wasserfall oder besser gesagt zu einem Wörterfall? Ich mag es sehr, das Leben anderer zu erfahren, deren Weg und einfach alles. Bin mir sicher, dass man auch dadurch viel lernen kann und für sich das passend mitnimmt. Dezent gesagt, interessiert am Leben. In jeglicher Hinsicht.

Chaotisch

Ja wie jetzt? Ja, genau richtig. Ich bin chaotisch. Ich bin der großen Überzeugung, dass genau auch diese Eigenschaft mich ausmacht, vor allem als Künstlerin. Mein Kopf ist oft so wirr und voller Gedanken. Ob ich das je ändern kann? Ich denke ja nicht und bin mir auch nicht sicher ob ich das will, weil würde dieser Part wegfallen, dann würde auch meine Leidenschaft gehen und davon trenne ich mich nur ungern. Okay, es fällt mir auch selber auf, dass ich des Öfteren so krasse Gedankensprünge habe, dass ich in einem Gespräch oft von irgendwas anderem zu reden oder erzählen beginne und mein Gegenüber mich verwirrt anstarrt, weil der Nullahnung hat wie zum Geier ich darauf gekommen bin. Passiert wiederholt. Manchmal täglich. Ich mache mich etlichemale selbst auf die Suche wie ich zu dieser geistreichen Erleuchtung gekommen bin, das kann dann schon mal dauern, aber keine Sorge, ich fange dann nicht gedankenverloren zum Sabbern an. Soweit habe ich mich schon im Griff.

Das sind sie meine Top 7. Es gibt noch mehr, doch wer will die schon lesen? Es war schon ein Weg alleine die hier aufzuzählen, macht euch doch mal selber Gedanken, was euch wirklich ausmacht und nicht so Larifari dahin genuschelt, sondern wirklich. Was macht euch aus? Warum liebt und schätzt euch euer Umfeld? Irgendwie eine spannende Sache. Ich frage meine Süßen zuhause nicht, Laufe dann Gefahr, dass sie womöglich hart lachen müssen über meinen gedanklichen Erguss meines Seins, darum lasse ich das Mal hier, im Großen und Weiten Raum von Internetz. Hoffe ihr konntet etwas Schmunzeln.

Mag euch ziemlich sehr,

Eure,

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