Als sich Berlin heimlich in mein Herz schlich.

Das Phänomen Berlin muss man wahrlich live erleben um es verstehen zu können.

Der Eine oder Andere mag sich nun denken:

‚Oh wow… Berlin, ja und weiter?‘

Mag schon sein, dass es für einige eine normale Großstadt ist. Ich glaube zu meinen, dass man diese Stadt nur mögen oder hassen kann und wenn ihr wirklich aufmerksam den Titel gelesen habt, dann ist euch meine Ansicht schon längst ins Gesicht gesprungen!

Da stand ich nun am Flughafen Berlin Tegel und mein Herz, es flatterte vor sich hin. Das zweite Mal war ich nun in der Hauptstadt. Hierfür muss ich allerdings etwas weiter ausholen, damit ihr den ganzen Umfang meiner Verliebtheit verstehen könnt.

Im Oktober 2010 hatten wir einen ziemlich coolen Schulausflug geplant und alle waren schon ziemlich geil, sorry dafür kann ich nur dieses Wort verwenden, drauf. Ich spürte da leichte Schmerzen in mir aufkommen und wollte das Gefühl von ‚Ich-bin-krank‘ dezent übertünchen. Kennen sicher einige.

‚Geht schon… ach was!‘

Gesagt getan, stieg ich in den Flieger, den Flug habe ich gerade so mit einem Prosecco überstanden, steinigt mich aber wer hat nicht schon Mal bei einem Schulausflug getrunken? Möge diesen Beitrag nie meine ehemalige Klassenprofessorin lesen. Ich hatte einfach sagenhafte Schmerzen und doch wollte ich unter allen Umständen nach Berlin. Das war ich dann auch für 3 Tage anstatt 7. Es ging für mich frühzeitig retour, direkt ins Krankenhaus und dank einer extremen Nierenbeckenentzündung verbrachte ich dort knapp 2 Wochen.

Jetzt könnt ihr euch ungefähr ausmalen wie unsagbar nervös ich war als ich dieses Jahr zu einem Event eingeladen wurde, in diese Stadt. Freude und Leid saßen zusammen und diskutierten heftig.

‚Letztens wäre es fast schief gegangen.‘

Nach einigen wilden Gedankenfürzen kam der Tag der Tage und ich bin wohl behalten in den Flieger gestiegen, nicht betrunken, und auch gut angekommen. Mag nun seltsam erscheinen, doch ich musste mich für diese Reise wirklich überwinden, was sich im Nachhinein als eine sehr weise und gute Entscheidung entpuppte. Ab und an brauchen wir alle einen gediegenen Arschtrick.

Die Zeit für Sightseeing war begrenzt und doch wurde sie richtig ausgenützt.

Ich wollte gar nicht alle typischen Touri-Programme abklappern. Wichtig war mir vor allem ein gewisses Feeling von Großstadt zu haben und ein paar Ecken zu entdecken, das versetzt mich immer wieder in eine große Glückseligkeit, da geht so ziemlich alles mit mir durch! Ich gestehe, ich bin fast nur wahnsinnig scharf auf die genialen Restaurants. In unserem beschaulichen Städtchen haben wir eine recht überschaubare Auswahl an fancy Lokalen. Darum drehte sich in meinem Kopf in Berlin beinahe ausschließlich alles ums Essen. Gib mir leckeres Essen und ich bin handzahm und setze mein Buddha-Lächeln auf!

Gut, mit Schuhen kann man mich durchaus sehr glücklich machen, wie das Bild hier deutlich beweisen kann.

Nichts desto trotz möchte ich meine Lieblingslokale, sind nur ein paar, doch in 2 Tagen bringe selbst ich nur eine gewisse Menge an Nahrung runter, nicht vorenthalten.

Fürs Frühstück:

  • what do you fancy love?

Findet ihr in der Knesebeckstraße 68/69 oder Linienstraße 41.

Wer auf Bagels und guten Kaffee steht und ganz speziell den Touch von ‚klein und süß‘ mag, ist hier genau richtig!

Wenn ihr jetzt schon Hunger bekommen habt, tut es mir in erster Linie leid, denn es wird noch schlimmer, ich schwöre!

  • Steel Vintage Bikes Cafe

Ist in der Wilhelmstraße 91.

Hab meine Geschmackssinne dort an einem Marple Bacon Pancake und Kürbis Chai Latte verloren.

Mittags und abends kann man sich hier super den Bauch mit Leckereien vollschlagen: 

  • Shiso Burger

Könnt ihr in der Auguststraße 29C oder in der Kantstraße 51 finden.

Ich schlaues Persönchen fand die Edamame erst dezent seltsam, selber Schuld wenn man alles ist, wie kommt man auch auf die Idee, dass man nur die Bohnen und nicht das ganze Gerät essen soll. Landkinder in der großen Stadt!

  • Fratelli La Bionda

Findet man in der Bergmannstraße 31.

Klein und fein und Italien ist dort näher als man denkt.

  • Maison Umami

Ist in der Schlesische Straße 5.

Dieses asiatische Restaurant war mein persönliches Highlight. Alles was anders und außergewöhnlich ist ziehe ich förmlich an und da kam das genau richtig. Am Boden sitzend Summer Rolls essen und den Mund an Kimchi verbrennen, weil wegen extrem scharf. Doch es war trotzdem irrsinnig köstlich.

Einen Hoteltipp habe ich auch noch auf Lager.

  • Henri Hotel

Befindet sich in der Meinekestraße 9.

Klein, fein und mit einem ganz speziellen Charme.

‚Alles ja ganz nett, doch warum warst du nun wirklich wieder dort?‘

Ich war nicht nur wegen Sightseeing dort, nein, ich durfte am coolen Event #digigatlwirdreal4 teilnehmen, ihr könnt euch bestimmt denken wie nervös ich deswegen war? Schlecht war mir vor Aufregung! Was im nachhinein völlig Nonsens war, als ich meine kurzzeitige Schockstarre von ‚Hilfe-was-tu-ich-da-eigentlich‘ überwunden hatte, entstanden sehr interessante und lustige Gespräche.

Man bedenke, dass diese Veranstaltung nur durch eine App stattfand, das wurde einigen auch erst dort bewusst wie surreal es generell ist. Hätte vor einigen Jahren jemand gesagt, dass sowas möglich ist, alle hätten laut gelacht. Gut, ich mag da etwas altbacken klingen, trotzdem ist es wirklich krass was Social Media mittlerweile schon eine ‚Macht‘ hat und ja Macht trifft es ganz gut, denn es steht einfach im Fokus und Mittelpunkt, schließlich lest ihr das hier auch indirekt auf Grund von Instagram.

So viele Leute zu treffen, die den selben Schaden haben wie man selbst, ich kann diese Art von Selbstgesprächen einfach nicht schön umschmücken, denn es ist und bleibt strange wenn man in sein Smartphone reinkreischt oder zum Deppen macht. Ich musste mir selbst einen großen Schubs geben um die Gleichgesinnten mal anzuquatschen, schließlich waren die ja echt da und nicht nur in Buchstaben textmäßig vor einem. Es war ungefiltert und real.

Die heißersehnte Tombola bot sehr coole Preis und ich war möglicherweise etwas sehr stolz, dass auch ich etwas beisteuern konnte. Allerdings als ich gebeten wurde, auf die Bühne zu kommen um meinen Preis zu erklären, begann ich leicht zu hyperventilieren. Da kam die wilde Steirerin in mir durch und zittrig schlecht stammelte ich was von ‚Logo… ich arbeite alleine… Labber Rhababer‘. Erst zum Schluss viel mir auf, dass ich nicht mal ansatzweise den Versuch gestartet habe auf Hochdeutsch zu sprechen. Anyway, die Siegerin freute sich sichtlich.

So gingen ca. 2 volle Tage Berlin leider viel zu schnell vorbei und geblieben sind wunderschöne Erlebnisse an ereignisreichen Orten, ein Kribbeln, Gesprächen wo mir der Bauch vor Lachen weh tat, sehr gutem Essen und die Zuversicht, dass ich bestimmt bald wieder diese sagenhafte Stadt bereisen werde.

Eure,

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