Ein neues Kapitel oder auch nur, Wir.

Wenn einem schlichtweg die Worte zwar im Kopf herum schwirren, doch sie nicht raus wollen. So erging es mir nun schon seit Monaten. Das WIR in Worte zu fassen macht mich freudig nervös und lässt mein Herz flattern. Nur warum? Dieses ominöse Warum werde ich euch hiermit versuchen in Druckbuchstaben einzufangen. Kitsch könnte durchaus vorkommen, also ihr wusstest es im Voraus.

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Fotos von Sabrina Stummer von freilichtmomente

Is this the real life, is this just fantasy…

Queen – Bohemian Rapsody

Ja Freddie hat nicht unrecht. Genau das habe ich mich in den vergangenen Monaten sehr oft selbst gefragt. Ist das wirklich alles echt oder träume ich es bloß? Schnauft aber vorher durch, bevor ihr weiter lest, denn einen kitschigen Antrag werdet ihr hier nicht finden. Nur weil ich auf den Fotos so aussehe, als hätten wir heimlich geheiratet, nö. Keine Sorge das hätte ich nicht für mich behalten können und ein Babybauch ist auch nicht in Sicht, höchstens ein Foodbaby. Tatsächlich ist der große schmale Mann an meiner Seite echt, schon seit vielen Jahren. Das mir keiner was interpretiert. Wir sind seit gut 8 Jahren ziemlich beste Freunde. Kennen gelernt durch die Automarke MINI und so fanden zwei Verstrahlte zu einander. Auch wenn immer eine große Entfernung da war, störte es nicht. Hatte immer das Gefühl, dass er da ist. Die endlosen Telefonate und mein Gequatschte über alles mögliche und vorwiegend Männergeschichten hat er jederzeit geduldig sich angehört. Mir nach wie vor schleierhaft wie er sich das echt anhören konnte. Anscheinend machte er es mit Hingabe. Dafür bin ich ihm auch jetzt sehr dankbar, dass er nicht nur mein Partner ist sondern auch mein bester Freund.

‚Doch wie konnte daraus mehr werden?‘

Berechtigter Einwand. Das habe ich mich anfangs auch gefragt und was soll ich nur sagen? Ich weiß es nicht. Wobei ich mir sicher bin, es ist passiert. Irgendwann geschah es im Herbst 2018, dass ich eine andere Seite von ihm sah. Wenn ich von ihm rede dann meine ich meinen Lieblingsdaniel, so steht er auch in meinem Telefon. Vor- und Nachname wäre zu unpersönlich. So bekommen alle wichtigen Menschen einen speziellen Namen verpasst. Welche Seite ich da erkennen durfte kann ich so pauschal auch gar nicht sagen. Er war da. Ganz und gar. Und doch 800km entfernt, aber er war da. In mir geschah dann etwas, das ich bis heute nicht erklären kann. Daniel drehte vieles in mir um. Vielleicht wurde ich ruhiger, fand mehr zu mir oder es war gar nicht er sondern einfach nur ich, die einen klein erwachsener werden durfte. Mein Bauchgefühl und mein Herz fühlten sich wohl. So kam es auch, dass ich kurz vor Weihnachten einen Brief bekam der so schön war, dass ich mir nicht sicher war, dass den ein Mann verfasst hat. 3 Seiten. Für einen Außenstehenden vielleicht eher nur neutrales Gerede und für mich war das so ein Beginn von etwas Großem. Das spürte ich. Damit sollte ich auch bald recht behalten.

7 Monate leben wir nun in einer Fernbeziehung und ich werde nie vergessen als mir meine Schwägerin eine Frage stellt:

‚Dir ist aber schon klar, dass irgendwann eine Lösung her muss, immerhin lebt er in Deutschland!‘

Es schoß aus mir raus, wie aus einer Pistole, dass es mir natürlich bewusst ist und ich mir vorstellen kann nach Deutschland zu ziehen. Meine innere kleine Wenigkeit war nicht mal schockiert, was da aus meinem Mund raus kam. Ich hatte so ein innere Sicherheit, dass ich mir das vorstellen kann. Man sollte an diesem Punkt erwähnen, dass ich immer der festen Überzeugung war, aus meiner Wohnung nicht auszuziehen zu wollen. Schon gar nicht aus meiner Heimatstadt weg zu wollen. Kam nie in Frage. Meine Eltern leben hier, mein Bruder und Schwägerin. Selbst als ich noch verheiratet war wollte ich nie weg von hier. Ich fühlte mich in meinem kleinen süßen Heim wohl. Daran konnte niemand rütteln. Bis da er kam und seitdem habe ich so ziemlich alles auf den Kopf gestellt woran ich gut 28 Jahre lang festgehalten habe.

Hallo neue Heimat, Deutschland wir kommen.

Ihr lest richtig. Ich muss mich selbst noch kneifen. Die kleine Steirerin zieht schon bald nach Deutschland. In die Mitte von good old Germany. Unsere neue Heimat ist in Niedersachsen und das Städtchen ruft sich Duderstadt. Ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn ich den Namen schreibe oder ausspreche, klingt so süß und niedlich. Als würde man zu einem Kind sagen ‚Dududu!‘, man beachte dazu den gehobenen Finger. Die Stadt finde ich wild knuffig. Ich meine ich habe gequietscht als ich das erste Mal die Altstadt gesehen habe. Wie Puppenhäuser diese Fachwerkbauten. Niedlich klein. Dort passe ich ja gut hin. Wobei man mich ja schon eher als steirisches Uhrgestein sehen kann. Um es mit den Worten des Friseurs dort zu sagen, bitte setzt dich dort in die Ecke und rede einfach Mal irgendwas, das klingt so goldig. Verstehen tut mich kaum wer dort, wenn ich in Fahrt bin. Mein Liebster hat ja die Angst, dass ich das Hochdeutsch zu sehr annehmen könnte und mein Steirisch dadurch vergesse. Ich allerdings denke und hoffe, dass das so schnell nicht passieren wird. Dafür sind meine Wurzeln zu sehr in mir drin. Wobei ich schon sagen muss, dass ich mich bemühen werde nicht als Außerirdischer durchzugehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie mich ein paar schon angeschielt haben als ich vergaß wo ich bin und einfach los geplappert habe. Herrlich!

Fakt ist, ich war mir einer Sache noch nie so sicher. Mir kribbelt es jetzt schon in den Fingerspitzen und würde am liebsten gleich los legen. Ich bin aufgeregt und freue mich so unglaublich auf unsere Zukunft gemeinsam. Dann hat auch das hin- und herfahren ein Ende und wir können abends zusammen einschlafen. Ein Zuhause haben wir auch schon gefunden. Wenn schon denn schon, wir beide sind da recht spontan und rasch in unseren Entscheidungen, wenn sie sich gut anfühlen. So kam es, dass wir Anfang Juli ein Haus besichtigt haben. Ich sage nur so viel, wir hätten Jahre und Unsummen an Geld gebraucht um dieses Haus zu einem Zuhause umzuwandeln. Da waren wir dann mal recht ernüchtert. Die Suche nach einer Wohnung mit unseren Ansprüchen war dann ein anderes Kapitel. Ich dachte mir nur, oh bitte lass uns nicht ewig suchen! Gesagt getan fanden wir eine, wo wir nur dachten, wo ist der Hacken? Es gibt keinen. Absolut keinen. Als wäre sie gemacht für uns. Die zeige ich euch aber ein anderes Mal, denn die bekommt erst im Herbst von mir einen persönlichen Stempel. Ihr könnt euch vorstellen, was derzeit in meinem Kopf alles so ab geht? Vielleicht ist es auch gut, dass ich noch keine genauen Maße habe, sonst hätte ich schon alles eingerichtet und doch wieder über den Haufen geworfen.

Was ist mit Familie, Freunde, wird sich Mr Sunshine zurechtfinden, wie geht es mit der Arbeit weiter und welche Gedanken kommen sonst noch so durch das Gedankenkarussel?

An erste Stelle steht meine Familie wo mir bewusst wurde, dass ich nicht mehr 30 Sekunden entfernt wohnen werde. Das wird mir jetzt zwar noch mehr bewusst, doch weiß ich auch, dass wir in der gleichen Zeitzone leben und wir ’nur‘ knapp 6 1/2 Stunden mit dem Auto weg sind. Ist zwar ein Weg, aber machbar und dann gibt es noch die schöne Erfindung namens Internet, wo die Videotelefonie die Sehnsucht in Zukunft leichter machen wird. Ein Hoch auf die Errungenschaft. Was noch dazu kommt, Daniel’s Familie ist wahnsinnig süß und erleichtert mir diese Entscheidung immens. Zwar wird nie jemand meine Mama oder meinen Papa ersetzen können, die sind einfach die Besten…

… Ich danke euch für eure Liebe und euer Vertrauen und einfach Alles!

Egal wo ich bin, ihr seid immer bei mir!

Ist nun mal so. Doch ich werde mich immer freuen nach Hause zu kommen und damit meine ich meine Heimat. Allerdings wird unser Zuhause woanders sein, da wo auch Leute sind die uns ziemlich gern haben und das obwohl sie uns erst ein paar Monate kennen. Dafür bin ich sehr happy. Das Thema Freunde, ja das ist auch so eine Sache und ich kann mich hier nur wiederholen. Wir haben ein Gästezimmer und das ist immer frei, just sayin‘ it. Wir ziehen ja nicht an den Nordpol somit denke ich oder hoffe sehr, dass ich die die tief in meinem Herzen sind auch dann oft genug sehen werde. Mr Sunshine war bis jetzt ab und an etwas mit gemischten Gefühlen unterwegs. Manchmal findet er die Tatsache seine geliebten Großeltern und Onkel sowie Tante nicht tagtäglich sehen zu können eher doof. Ich versuche es ihm mit darüber reden leichter zu machen und es findet Anklang, würde ich behaupten. Immerhin hat er schon ein Zimmer für sich auserkoren. Läuft. Und die Arbeit? Arbeiten kann ich ja bekanntlich von überall aus. Ich brauche vielleicht nur etwas Strom, Papier und Stifte. Das ist auch der Grund warum wir uns für diesen Mammutschritt entschieden haben. Mein Daniel kann zwar auch derzeit Homeoffice betreiben, doch ist es auf lange Sicht so wesentlich leichter.

Ein Gemeinsam ist eben auch dann schöner, wenn man abends nicht ins Telefon sagen muss ‚Gute Nacht‘ oder ‚Ich liebe Dich‘. Verrückt irgendwie, wenn ich daran denke, dass ich schon bald, und bald ist wirklich bald, Wahldeutsche sein werde. Für meinen Sonnenschein ist es sowieso seine zweite Heimat, er ist ja schließlich ein Halbbayer. Back to the roots. Nun wisst ihr woran wir die letzten Wochen intensiv gearbeitet haben, an unserer Zukunft. Manchmal hat ein kleines Stimmchen mich schon gefragt, ob ich das machen möchte und ausnahmslos kam ein JA zurück. Ich freue mich auf unser Abenteuer, auf unsere Erlebnisse und ganz vorneweg auf UNS. Daniel ist sich zum Glück bewusst was er sich da für ein Powerpaket angelacht hat. Wir kommen nämlich im Doppelpack und wir sind…

…Entschuldigung, ich sagte: „Wir sind gekommen, um zu bleiben!“…

Wir sind Helden – Gekommen um zu bleiben

Ich danke dir für deine Liebe,

mein Liebster.

Gerade fühle ich mich sehr erleichtert, weil ich endlich meine Worte ordnen konnte und es raus ist. Wisst ihr es endlich, darüber freue ich mich sehr. In unser Abenteuer nehme ich euch natürlich mit und ich bin schon selbst gespannt auf die Interiorinspos die so kommen werden. Generell auf absolut alles. Also bleibt gespannt, es kommt noch einiges auf euch zu. Erzählungen, Geschichten und Fotos an Lebensfreude und Liebe. 2019 ist auch noch ein schönes Jahr. Das Jahr ist schön genauso wie das Leben schön ist, vergesst das nicht!

Mag euch ziemlich sehr,

Eure,

Ansonsten

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4 comments

  1. Liebe Anna- herzlichen Glückwunsch zu solch einer Liebe und dem großen Glück 🥰❤️ und herzlichen Willkommen im Niedersachsen- schön und beschaulich hier !
    Ich würde alles dafür geben im wunderbaren Österreich zu leben – witzig!
    Leb dich gut ein und halt dein Glück fest!
    Alles Liebe, Anna 💕

    1. Liebe Anna,
      Ich danke dir vielmals für deinen lieben Kommentar 💞
      Österreich ist auch wirklich sehr schön, doch auch das Eichsfeld hat seinen Charme und auf den freue ich mich sehr!
      Fühl dich gedrückt,
      Anna ❤️

  2. Meine liebe Anna, ich sitze hier mit Tränen in den Augen. Das alles kann ich so gut nachvollziehen! Ubd wir sind im Januar diesen Jahres nur aus Frankfurt raus aufs Land gezogen- 25Km von meinen Eltern weg, die in einem Alter sind in dem sie uns vielleicht bald öfter brauchen. Aber uch war dort nicht mehr glücklich und musste an mich denken. Jetzt erfüllen wir uns einen Traum und bauen ein Haus. Mr. Sunshine wird neue Freunde finden und er ist noch nicht in der Schule, das macht es etwas einfacher. Unsere Tochter hatte zwischenzeitlich mal ziemlich Heimweh nach ihren Mädels – sie ist 15! Denk an dein Bauchgefühl! Von mir nur die besten Wünsche und alles Glück der Welt für euren Neuanfang! Drück dich! Christiane

    1. Liebe Christiane,
      Was soll ich nur sagen??
      Ich bin gerührt und ergriffen von deinen Worten! 😊
      Es ist ein großer Schritt und ich bin schon wild aufgeregt auf das was noch alles kommen wird!
      Ich danke dir vielmals und fühl dich fest gedrückt,
      Anna 💞

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